MMAUSS

mmauss

Ein Performatives Theater Event des Wiener Salon Theaters

Unter völliger Geheimhaltung wurde MMAUSS gebaut, die grösste Naturmaschine der Welt. Die feierliche Enthüllung hätte eigentlich erst 2015 stattfinden sollen. Aufgrund eines Informationslecks haben sich die Betreiber von MMAUSS entschieden, wirtschaftliche, kulturelle und politische Führungspersönlichkeiten schon jetzt zu informieren.

Dem Wiener Salon Theater und dem Filmclub Drosendorf ist die ehrenvolle Aufgabe überantwortet worden, die Besucher durch mehrere Stationen zu einem ebenso spannenden wie vergnüglichen Erkenntnisgewinn zu führen und ihnen zu vermitteln, wo inmitten unberührter Natur unbegrenzte Energiereserven schlummern und wie sie dem Waldviertel und dem ganzen nördlichen Alpenraum nutzbar gemacht werden können. Nehmen auch Sie teil an dieser Informationsveranstaltung, tauchen Sie ein in die letzten Rätsel der Wissenschaft, erfahren Sie alles über radikale Lösungen der Energieproblematik und erleben Sie ein technisches Wunderwerk hautnah in einer der vier Messstationen von MMAUSS!

Weltpremiere im Rahmen des Viertelfestivals NÖ 2014

Ein Stationentheater in Drosendorf:

Pavillon am Hauptplatz – Schloss – Kinosaal Gasthof Feiler – Brunnen am Hauptplatz

12., 13., 14. Juni 19 Uhr

Regie Sandra Schüddekopf

Schauspiel Stephanie Schmiderer, Hubert Wolf, Mercedes Echerer u.a.

www.viertelfestival-noe.at

Karten & Info:


Eintritt: VVK und AK 8 € / 12 €.

Ermässigte Kartenvorbestellung:

filmclub.drosendorf@yahoo.de
oder +43-664-39 56 741 oder +43-664-21 54 522.

Um Voranmeldung wird gebeten.

Info: +43-664-21 54 522
(Sandra Schüddekopf)

www.viertelfestival-noe.at/mmauss

Landtag von NÖ, VIII. Gesetzgebungsperiode

III. Session

7. Sitzung am 20. Dezember 1966

 Vor einiger Zeit ist dieses Gebiet – es liegt zwischen der Bundesstraße 4 und der Franz-Josefs-Bahn - wieder interessant geworden. Wir hörten, daß gerade diese Gegend auf Grund ihrer geologischen Voraussetzungen für die Errichtung eines sogenannten Protonen-Synchrotons geeignet wäre. Es hat sich die europäische Kernforschungsstation in Genf, der die meisten europäischen Staaten, darunter auch Österreich, angehören, mit dem Gedanken getragen, eine solche Anlage in Europa zu errichten. Es soll hier ein Atomforschungszentrum, dessen Herzstück ein sogenannter Teilchenbeschleuniger ist, errichtet werden. Auf Grund eines Ministerratsbeschlusses der österreichischen Bundesregierung vom April 1966 hat nun Österreich das Gebiet von Göpfritz/Wild der CERN in Genf als Standort dieses Forschungszentrums angeboten. Dieses Gebiet ist an der Grenze dreier politischer Bezirke, und zwar der Verwaltungsbezirke Zwettl, Waidhofen an der Thaya und Horn gelegen. Dieses Forschungszentrum und insbesonders die projektierte Anlage wäre der größte Teilchenbeschleuniger der Welt überhaupt, der im wesentlichen aus einem unterirdischen, tunnelartigen Magnetring mit einem Durchmesser von 2,4 km bestehen soll und in dem atomare Teilchen, wie Protonen, durch Hochfrequenzimpulse auf höchste Energien bis 300 Milliarden Elektronenvolt gebracht werden sollen. Natürlich erfordert dies einen außerordentlich stabilen Urgesteinsuntergrund, außerdem eine ausreichende Strom- und Wasserversorgung. Gerade diese Voraussetzungen sind in Göpfritz in einer hervorragenden Weise gegeben, so daß eigentlich Österreich unter den 13 europäischen Staaten, die sich um einen Standort für diese Anlage bewerben, die besten Chancen hätte. Für den Raum von Göpfritz und Umgebung sprechen aber auch die Nähe der Internationalen Atomenergieorganisation in Wien und die von Genf bei der Realisierung des Projektes ins Auge gefaßte engere Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Staaten. Wie man uns nun von fachlicher Seite erklärte, unter anderem Prof. Wegler von der Technischen Hochschule, Prof. Thirring von der Universität Wien, Prof. Küper von der Geologischen Bundesanstalt oder Dozent Kummer vom Hochenergie-Physikinstitut, handelt es sich hier um einen sogenannten Teilchenbeschleuniger, der sich wesentlich von einem Atomreaktor unterscheidet und bei dem die Strahlung durch Abschaltung der Stromzufuhr sofort aufhört; daher auch jegliche Gefährdung und Beunruhigung der Bevölkerung völlig ausgeschaltet ist. Gerade die geologischen Verhältnisse dieses Waldviertler Hochlandes mit seinen granolithartigen Schiefergneisen in einem fast vollkommen bebenfreien Raum mit einer Auflagerung von einer 3 bis 25 m hohen Deckschichte wäre der geeignete Platz. Außerdem wäre gerade dieses Gelände, weil es eben keine Siedlungen aufweist und derzeit forstwirtschaftlich genutzt wird, daher auch eine größere Anzahl von Kalkflächen in diesem Waldbestand vorhanden ist, sofort zu erwerben bzw. würde die Erwerbung dieses Grundes auf keine wesentlichen Schwierigkeiten stoßen.

Dieses Gebiet, das im Gemeindegebiet zwischen Göpfritz/WiId und Blumau/Wlild, zweier kleinerer Waldviertler Marktflecken, liegt, Bildet eigentlich den Kern Mitteleuropas. In der näheren Umgebung dieses Gebietes befinden sich einige kleinere und größere Städte. Vom eigentlichen Zentrum dieses Atomforschungsinstitutes wären 9 km nach Großsiegharts, einer Industriestadt mit 2500 Einwohnern, 10 km nach Allentsteig. Für diese Stadt wäre gerade diese Anlage ein wirtschaftlicher Aufschwung, nachdem sie durch die Errichtung des Truppenübungsplatzes Döllersheim, durch die Aussiedlung der Menschen seit mehr als 20 Jahren ein totes Hinterland hat. Außerdem hat Allentsteig mit seinen nahezu 2000 Einwohnern ein neues Unfallkrankenhaus, was auch eine ganz besondere Bedeutung für diese Anlage wäre. 17 km entfernt ist die 4000-Einwohner-Stadt Waidhofen/Thaya, eine Stadt mit Schul- und Bildungsmöglichkeiten und ebenfalls einem Krankenhaus, knapp 20 km sind es zur schönen Fremdenverkehrsstadt Raabs an der Thaya mit 1200 Einwohnern, im schmucken Thayatal gelegen. Hier wäre vor allem jenen Menschen, die sich um dieses Institut bemühen, die Möglichkeit gegeben, Entspannung und Erholung zu finden. Eine größere Stadt in diesem Raum wäre Horn mit fast 5000 Einwohnern; eine ausgesprochene Schulstadt mit einem gerade in Errichtung befindlichen neuen Unfallkrankenhaus. Diese Orte könnten den bei der Errichtung dieser Anlage beschäftigten Menschen als Wohnorte dienen. Bedenken wir, daß die bei der Anlage in Genf tätigen Wissenschafter ca. 4000 bis 5000 S monatlich Miete bezahlen.

Zur verkehrsmäßigen Aufschließung dieses Gebietes ist die Errichtung einer Schnellstraße geplant, auf der in 35 Minuten die größte Siedlung des Waldviertels, nämlich Krems an der Donau mit über 20.000 Einwohnern, zu erreichen Ware. Die Entfernung Göpfritz-Wien, ca. 105 km, wäre vor allem deshalb interessant, weil Wien nicht nur die Metropole Österreichs ist, sondern auch in Wien-Schwechat der nächste internationale Flughafen gelegen ist. Außerdem bestehen von Wien direkte Verbindungen mit der Schweiz; mit dem Transalpin ist es möglich, von Wien in 10% Stunden nach Zürich bzw. in 14 Stunden nach Genf zu kommen. Gerade diese günstige Verkehrslage, glaubte ich, ist für dieses Gebiet von Bedeutung. St. Pölten und damit die Autobahn wären bei normaler Fahrzeit in Ca. 55 Minuten zu erreichen.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist eine bedeutende Stromversorgung ehe Voraussetzung für diese Anlage. Auf Grund der von der NEWAG in der letzten Zeit errichteten Kamptalkraftwerke wäre es möglich, vor allem den Baustrom mit ca. 30 MW aus dem 20 km entfernten Ottenstein sofort zu bekommen. Die später erforderliche Strommenge von 100 bis 300 MW könnte durch einen erweiterten Ausbau der Kraftwerke im Kamptalgebiet - eventuell auch an der Donau - und durch den Neubau von Kraftwerksanlagen sichergestellt werden. In einer Entfernung von ca. 60 bis 70 km wäre ein Anschluß an die Erdgasleitung in Niederösterreich möglich. In diesem Waldviertler Gebiet ist auch eine ausreichende Kühl- und Trinkwasserversorgung gegeben. Versuchsbohrungen in feinem Umkreis von 25 bis 30 km vom Kern dieses Forschungsinstitutes entfernt haben sich als positiv erwiesen. Vor allem aber könnten aus der Thaya - 12 km Entfernung - und aus dem Kamp - 15 bis 20 hm Entfernung – entsprechende Mengen Kühlwasser herbeigeschafft werden. Angesichts eines vom CERN zu bestreitenden Bauaufwandes von ca. 12 Milliarden Schilling für das Forschungszentrum, verteilt auf 10 Jahre, und eines jährlichen Betriebsaufwandes von mehr als 1 Milliarde Schilling, bedarf die Bedeutung der Anlage für Österreich, im besonderen für das Waldviertel, keiner besonderen Unterstreichung. Trotz dieser erwähnten und auch sachlich fundierten guten Chance der österreichischen Bewerbung wird jedoch die Entscheidung des CERN über den endgültigen Standort dieser Anlage sehr stark von politischen Interventionen beeinflußt. Dem Beispiel Deutschlands und auch anderer Standortbewerber folgend, sollte daher auch die Bewerbung Österreichs durch direkte Initiative eines Mitgliedes der österreichischen Bundesregierung in Genf unterstützt werden. Gerede in dieser Zeit wird von geologischen Experten aller CERN-Staaten bereits über den Standort beraten. Im Juli 1967 sollen dann die Unterlagen über die Standorte sowie über die technischen und finanziellen Details fertiggestellt werden, so daß eigentlich mit Ende 1967 mit dem Beschluß des CERN-Rates über Standort und Baubeginn der Anlage zu rechnen ist. Die Vorbereitung einer österreichischen Regierungsinitiative wäre daher meines Erachtens unverzüglich in Angriff zu nehmen. Auch die Handelskammer von Niederösterreich hat Herrn Landeshauptmannstellvertreter Kommerzialrat Hirsch bereits ein Exposé in diesem Sinn überreicht. Im Hinblick darauf wäre es notwendig, auch die Landesregierung von Niederösterreich zu ersuchen, bei der österreichischen Bundesregierung vorstellig zu werden, der Herr Bundesminister für Unterricht möge dieser Bewerbung Österreichs um den Standort dieser Anlage in Genf entsprechenden Nachdruck verleihen. Ich erlaube mir daher, folgenden Resolutionsantrag zu stellen (liest):

„Die Europäische Kernforschungsorganisation (CERN) in Genf projektiert die Errichtung eines Atomforschungszentrums. Die Voraussetzungen sind, so haben Untersuchungen gezeigt, in Göpfritz an der Wild in hervorragender Weise gegeben. Österreich hat unter den 13 europäischen Staaten, die sich um den Standort für diese Anlagen bewerben, die besten Chancen.

Die Landesregierung wird daher ersucht, bei der Bundesregierung zu erreichen, daß der Bewerbung Österreichs um dieses Projekt mit dem beabsichtigten Standort in Göpfritz an der Wild bei der Europäischen Kernforschungsorganisation in Genf durch eine Intervention der Bundesregierung Nachdruck verliehen wird."

Ich darf die Damen und Herren der sozialistischen Fraktion bitten, diesem Antrag meiner Kollegen und damit der Fraktion der Österreichischen Volkspartei ihre Unterstützung zu geben.

Bedenken wir, daß nach Fertigstellung dieser Anlage Wissenschafter und Facharbeiter mit ihren Familienangehörigen in einer Zahl von ca. 35.000 Menschen in diesem Waldviertler Raum leben, arbeiten und auch dementsprechend entscheidend in die wirtschaftlichen Gebilde Einfluß nehmen würden. Das Waldviertel hat die Voraussetzung, diesen Menschen auch Erholung bei Sport, Fischerei, Jagd und dergleichen zu geben. Ich glaube, auf Grund eines medizinischen Gutachtens auch feststellen zu können, daß sich dieses Waldviertler Hochland mit vielleicht etwas kühlerem Klima gerade auf geistig schaffende Menschen sehr erholsam auswirkt.

Sehr geehrte Damen und Herren! Das wirtschaftliche Gewicht dieser neuen Stadt der Wissenschaft und Forschung - ich glaube, man kann es so nennen -, aber auch die internationale Bedeutung, die geistige Ausstrahlung aus diesem Forschungszentrum würden Österreich und ganz besonders Niederösterreich eine einmalige Chance bieten.