Über uns

Das Wiener Salon Theater wurde 1994 von Stephanie Schmiderer, Katrin Woelger und Christoph Braendle als Verein zur Förderung internationaler Theaterkunst gegründet.

Das ursprüngliche Ziel bestand einerseits darin, professionelles Theater auch unabhängig von staatlicher Förderung, auf die nur bedingt Verlass ist, auf die Beine stellen zu können; zum anderen, Theater aus dem Kontext üblicher Bühnenpräsentation herauszulösen und andere Darstellungsformen zu entwickeln.

Die ersten drei Produktionen des Wiener Salon Theaters, eine Trilogie von Stücken, in denen Textmaterial von Shakespeare kollagiert wurde, experimentierten mit der Form des Esstheaters. Christoph Braendle verfasste die Stücke und führte Regie, Stephanie Schmiderer und Katrin Woelger, die nach der zweiten Produktion das Wiener Salon Theater verliess, um sich eigenen Projekten zu widmen, spielten die Hauptrollen. Shakespeares Vögel, Shakespeares Faust und Shakespeare III. wurden alle in den Kellergewölben des Restaurants WeinComptoir, Wien, uraufgeführt und verschränkten Essen und Theater in eine zwingende Kombination hinein: das Schauspiel war nicht pausenfüllendes Entertainment während eines mehrgängigen Menüs, vielmehr spielten alle Stücke im Kontext des Essens, am augenfälligsten und intensivsten wahrscheinlich in Shakespeare III., das von der Annahme ausgeht, dass im Gastraum eines Restaurants eine Hochzeitsfeier und ein Leichenschmaus zur gleichen Zeit stattfinden.

Die vierte Produktion des Wiener Salon Theater war zugleich die aufwändigste. In den Prunksälen des Palais Rasumofsky in Wien wurde eine Art Schubertiade unter dem Motto „Der nackte Schubert“ inszeniert, der zentrale Theatertext „Zwei Sommer in Zseliz“ stammte wieder von Christoph Braendle, der auch Regie führte.

Nach dieser Produktion legte das Wiener Salon Theater eine lange Pause ein, weil Stephanie Schmiderer ihren Wohnsitz nach New York verlegte und Christoph Braendle viel Zeit in Marokko verbrachte.

Danach wurde allerdings auch die fünfte Produktion des Wiener Salon Theaters zu einem grossen Publikumserfolg, einem unerwarteten dazu, weil die Spielsituation äusserst riskant war: Mitten im Winter, bei zum Teil eisigen Januartemperaturen (bis zu Minus 5 Grad) und Schnee, wurde unter freiem Himmel im Innenhof des Barockhauses Bäckerstrasse 2 das Stück „Manhattan Blues“ von Christoph Braendle mit Stephanie Schmiderer, Hubert Wolf und Paul Morton zur Aufführung gebracht. Regie führte erstmals Sandra Schüddekopf.

Die jüngste Produktion des Wiener Salon Theaters, „MMAUSS – die grösste Naturmaschine der Welt“ von Christoph Braendle, mit Stephanie Schmiderer, Hubert Wolf, Mercedes Echerer und Paul Morton in der Regie von Sandra Schüddekopf wird am 12. Juni im Rahmen des Waldviertel-Viertelfestivals in Drosendorf uraufgeführt.